Malteser Migranten Medizin
In der Malteser Migranten Medizin (MMM) finden Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus und Menschen ohne Krankenversicherung einen Arzt, der die Erstuntersuchung und Notfallversorgung bei plötzlicher Erkankung, Verletzung oder einer Schwangerschaft übernimmt.
Da viele Patienten weder eine Praxis noch ein Krankenhaus aufsuchen wollen oder können, helfen die Malteser unter Wahrung der Anonymität. Vernetzungen und Kooperationen mit Kirchen, Verbänden und Vereinen ermöglichen weitere Hilfe.
20.000 Mal Hilfe bisher
MMM konnte bisher 20000 Menschen helfen. Häufige Gründe, die Anlaufstellen aufzusuchen, sind Schwangerschaft, Unfallfolgen, akute Zahnerkrankungen, Tumorerkrankungen sowie Infektionskrankheiten. Die Patienten sind durchschnittlich deutlich jünger und schwerer erkrankt als in einer normalen Arztpraxis. Man schätzt, dass in Deutschland bis zu einer Millionen Menschen in der Illegalität leben. Hinzu kommen Deutsche ohne Krankenversicherung sowie Menschen aus den neuen EU-Ländern, die nicht krankenversichert sind. Besonders in den Großstädten und Ballungsgebieten lebt eine hohe Zahl von Menschen ohne Krankenversicherungsschutz.
Die erste MMM Anlaufstelle entstand 2001 in Berlin. Mittlerweile sind die Malteser in 11 Großstädten mit MMM-Einrichtungen vor Ort vertreten.
Ausgezeichnetes Engagement
Bereits im Jahr 2003 erhielt MMM den Dreikönigspreis des Diözesanrats der Katholiken im Erzbistum Berlin. 2004 wurde MMM vom Bundesministerium des Innern als "Botschafter der Toleranz" ausgezeichnet. Im Oktober 2006 überreichte der Bundespräsident der Berliner MMM-Ärztin Dr. Adelheid Franz das Bundesverdienstkreuz. Der Kölner MMM-Arzt Dr. Herbert Breker erhielt im Dezember 2006 den Ehrenamtspreis des Landes Nordrhein-Westfalen aus den Händen von Minister Armin Laschet. 2007 konnte MMM sich über die Auszeichnung Innovatio - Sozialpreis für caritatives und diakonisches Handeln freuen. Im Jahre 2009 wurde MMM Berlin als ausgewählter Ort im Land der Ideen benannt.
Dr. Peter Frey
"Die im Dunkeln sieht man nicht", heißt es bei Bertolt Brecht. Gut, dass sie zur MMM kommen können." mehr...



